3 Tipps, um direkt mit Ayurveda zu starten

Mein javanischer Ganesha von Bali

Hast du Interesse am Ayurveda, weißt aber nicht wie du starten sollst? Ich gebe dir drei Tipps, mit denen du direkt loslegen kannst.

Das Besondere am Ayurveda ist, dass es kein one-size-fits-all Schema gibt, das für jeden passt, sondern dass jede Person individuell betrachtet wird. Es gibt aber einige grundlegende Tipps, mit denen man gut starten und bereits einiges erreichen kann. Diese kleinen Veränderungen können bereits Gamechanger sein und viel für dich und deine Gesundheit bewirken. Wichtig ist, dass du auf deine Intuition und deinen Körper hörst und schaust, was dir gut tut.

Starte erst einmal mit einem oder ein paar Tipps und versuche nicht alles auf einmal. Ich kenne das Gefühl zwar gut, dass man am liebsten direkt voll lospreschen möchte, aber oftmals überfordert man sich damit und lässt dann im Endeffekt alles komplett fallen. Reflektiere für dich, was sich stimmig anfühlt und aktuell machbar ist und etabliere den Ayurveda nach und nach in dein Leben. Wenn dir jeden Tag zu viel ist, dann starte erst einmal mit der Umsetzung an 3 – 4 Tagen in der Woche und beobachte, wie es dir damit geht und was sich verändert. Es darf leicht sein!

Ayurveda Tipp:
Warmes Wasser, der optimale ayurvedische Boost

Das warme Wasser ist der ayurvedische Tipp schlechthin und mag erst einmal befremdlich sein, wenn man sich noch nicht mit Ayurveda beschäftigt hat. Einfach nur warmes Wasser? Aber das schmeckt doch nach gar nichts? Es mag am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig sein, ist aber ein absoluter Gamechanger, besonders ein großes Glas direkt am Morgen.

Zum einen gleichst du die Flüssigkeit direkt aus, die du während des Schlafes verloren hast, zum anderen boostest du damit förmlich deine Verdauung und hast optimaler Weise direkt einen Stuhlgang am Morgen. Es klingt zwar nicht unbedingt sexy, aber aus ayurvedischer Sicht ist eine vollständige Entleerung am Morgen optimal. Das warme Wasser kurbelt unser Verdauungsfeuer (Agni) an, was aus ayurvedischer Sicht essentiell für unsere Gesundheit ist.

Traditionell wird das warme Wasser mit einem Schuss Zitrone, manchmal auch mit Ingwer empfohlen. Ich rate dir, es erst einmal mit warmem Wasser ohne Zusätze zu probieren. Durch das Kochen bekommt das Wasser eine andere energetische Qualität als bei Zimmertemperatur, hat eine reinigende Wirkung und belastet deinen Magen nicht, wie es bei kalten Getränken der Fall wäre. Ich rate von Ingwer und Zitrone ab, weil es auf nüchternen Magen zu viel sein könnte und Zitrone sollte besonders bei empfindlichen Zähnen durch seine Säure direkt vor oder nach dem Zähneputzen vermieden werden. Probiere hier für dich aus, was dir gut tut. Wenn du bei der Vorstellung von warmem Wasser direkt Abneigungen hast, weil dir die Hitze zu viel ist, dann kann es sein, dass du gerade sehr viel Hitze in dir trägst und dein Pitta zu hoch ist. In dem Fall kann es tatsächlich besser sein erst einmal auf warmes Wasser zu verzichten und statt dessen abgekochtes Wasser auf Zimmertemperatur abgekühlt zu trinken.

Warmes Wasser kann auch gern in einer Thermoskanne mitgenommen und über den Tag verteilt getrunken werden. Achte hierbei aber darauf, wie es dir damit geht. Zu viel warmes Wasser, abhängig davon wie lange es gekocht wurde, kann auch eine austrocknende Qualität haben. Es ist wichtig die Balance zu halten und tagsüber können auch Tees und andere warme Getränke als Alternative getrunken werden.

Ayurveda Tipp: Morgenroutine – individuell auf dich zugeschnitten

Im stressigen beruflichen Alltag hetzen wir häufig von Termin zu Termin, haben morgens oftmals nicht mal die Zeit für einen Kaffee, geschweige denn für ein Frühstück. Nicht umsonst ist Coffee to go nach wie vor im Trend oder Kaffeepadmaschinen, die für die Umwelt eine Katastrophe sind, Hauptsache schnell und praktisch. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass man die Kontrolle über sein Leben verloren hat, wenn man es nicht mal mehr schafft Kaffee von Hand aufzubrühen und den Prozess zu genießen. Ich stimme dem inzwischen voll und ganz zu. Dabei geht es natürlich nicht um den Kaffee an sich, sondern um die Symbolik dahinter. Die Wirkung von Kaffee generell und aus ayurvedischer Sicht ist ein ganz eigenes Thema für sich und würde hier den Rahmen sprengen.

Ich war früher selbst morgens immer auf dem Sprung und bin hektisch und gestresst ohne Kaffee und Frühstück im Stechschritt zur Arbeit. Die Folge davon war, dass ich häufig schon ziemlich fertig auf der Arbeit ankam. Wie sollte da bitte vorher noch eine Morgenroutine reinpassen? Ich war doch ohnehin immer so müde und kaputt und konnte mir nicht vorstellen, jetzt morgens noch stundenlang Yoga, Selfcare mit Massage, Journaling, Meditieren, Ölziehen und sonst noch etwas zu machen wie es so schön im Internet oder in Ratgebern steht. Letztendlich bin ich in einen Burn-out geschlittert, der mich vieles gelehrt hat.

Heute kann ich mir gar nicht mehr vorstellen ohne eine Morgenroutine in den Tag zu starten, da sie mich fokussiert, ausgleicht und mir einfach gut tut. Ich habe dabei (Überraschung als Pranayama & Breathwork Teacher!😙) Pranayama für mich entdeckt. Und wenn ich wirklich in einen Stress-Sog gerate und anfange meine Morgenroutine zu skippen, dann geht es mir sehr schnell schlecht und ich verfalle in alte Muster. Zum Glück bin ich inzwischen sehr achtsam und merke das ziemlich schnell. Unser Alltag ist einfach herausfordernd, so dass jeder Tag quasi ein Tanz mit deiner Balance ist, wie jemand einmal sehr schön gesagt hat.

Was heisst das jetzt für dich? Überlege dir bei der Vielzahl der Möglichkeiten die es gibt, welche sich für dich stimmig anfühlt und probier diese aus, sei es Meditation im Stillen, sei es Tanzen, sei es ein gutes Buch lesen, sei es die Gedanken aufzuschreiben, sei es nach dem Aufwachen liegenzubleiben und einfach ein paar Minuten in sich reinzuspüren, sei es Yoga, sei es Spazierengehen, Sport, Pranayama, Singen, Chanten oder was auch immer dir gut tut. Wichtig ist, dass du dir Zeit für dich nimmst, bevor du auf dein Handy schaust und dich mit äußeren Reizen beschallst und dein Gedankenkarussel losgeht.

Es muss keine stundenlange Routine sein, es sei denn du hast Zeit und Lust dazu. Oftmals reichen bereits wenige Minuten am Tag und zu Beginn ist es empfehlenswert, um sich nicht zu überfordern, mit wenigen Minuten an 3 – 4 Tagen zu starten und sich dann langsam auf eine Morgenroutine jeden Tag zu steigern. Wenn die Routine nicht passt, kannst du sie auch verändern und eine andere ausprobieren. Es sollte zu dir und deinen Bedürfnissen passen. Entsprechend passt sich deine Routine auch deine Lebensphasen und sich ändernde Umstände an und ist kein starres Konstrukt.

Falls du Mutter oder Vater mit kleinen Kindern bist und dir beim besten Willen nicht vorstellen kannst eine Morgenroutine zu etablieren, dann kann es auch bereits eine Morgenroutine sein, wenn du einfach die gemeinsame Frühstückszeit mit deinen Kindern soweit möglich in Achtsamkeit genießt oder in anderer Form kleine Ruheinseln schaffst. Morgenroutine ist schlichtweg das, was du daraus machst und was dir etwas Ruhe, Entspannung und Kraft gibt. Wenn du hierbei Unterstützung brauchst, kann dich ein guter Coach begleiten und dir wertvolle Impulse geben.

Ayurveda Tipp:
Warme Mahlzeiten

Im Ayurveda gilt, du bist, was du verdaust und nicht, was du isst. Ich kann mich (vermeintlich) noch so gesund ernähren, wenn mein Verdauungsfeuer (Agni) nicht optimal funktioniert, dann verwertet mein Körper die Nahrung nicht ausreichend. Ich werde nicht in allen Körpergeweben (Dhatus) genährt, was sich langfristig negativ auf meine Gesundheit auswirkt.

Du kannst dir dein Verdauungsfeuer (Agni) bildlich wie das lodernde Feuer unter einem Kochtopf vorstellen. Lodert das Feuer richtig hoch und der Kopftopf glüht schon förmlich, dann verdampft Wasser, wenn ich es dazukippe und Nahrung brennt direkt an oder verbrennt. Umgekehrt wird das Wasser oder die Nahrung im Kochtopf nicht warm und gar, wenn ich auf einer Mini Flamme koche, die das Essen kaum erhitzt. Wenn du jemand bist, der Nahrung quasi förmlich durchjagt, häufig Hunger hat und seine Figur halten kann oder gegebenenfalls sogar eher Probleme damit hat zuzunehmen, dann ist dein Verdauungsfeuer wahrscheinlich sehr hoch. Im umgekehrten Fall des schwachen Verdauungsfeuers ist deine Verdauung träge, du neigst wahrscheinlich zu Verstopfung, hast selten Stuhlgang und nimmst leicht zu. Beides ist nicht optimal.

Warmes Essen zu allen Mahlzeiten, beispielsweise Porridge zum Frühstück, ein warmes nährendes Mittagessen, wenn dein Verdauungsfeuer am stärksten ist, und ein leichtes warmes Abendessen wie eine Gemüsesuppe oder gedünstetes Gemüse sind optimal, um dich zu nähren und dein Verdauungsfeuer zu unterstützen. Wenn du ein sehr starkes Verdauungsfeuer wie oben beschrieben hast, dann kann ab und zu auch Rohkost wie ein Salat zum Mittag für dich bekömmlich sein, probiere hier gerne aus, ob du es gut verträgst. Mische aber keine gekochten und rohen kalten Lebensmittel.

Für eine weitergehende Beratung und bei konkreten Beschwerden empfehle ich dir eine Konsultation bei einem Ayurveda-Coach oder -Arzt deines Vertrauens. Sprich mich hierzu gerne an, wenn du Fragen hast.

Ich selbst begleite dich 1:1, wenn du mehr Energie und Leichtigkeit brauchst, dein Stresslevel zu hoch ist, du erschöpft bist, ausgelaugt, Schlafprobleme hast, mit den Zähnen knirscht und generell Ruhe und Entspannung suchst. Mein Fokus und meine Erfahrung liegt auf Stress-Release und ist aus meiner eigenen Geschichte heraus mit einem Burn-out mein Herzensthema. Ich kombiniere deshalb auch mein Ayurveda Wissen mit Pranayama und Sound Healing.

Wenn du die Tipps ausprobierst, freue ich mich über eine Rückmeldung von dir. Ich bin gespannt, welchen Tipp du umgesetzt hast und wie es dir damit geht. Melde dich auch herzlich gerne, wenn du weitere Fragen hast.

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