5 Tipps für Pranayama und Breathwork Einsteiger

Pranayama Herzraum spüren am Meet
Pranayama am Meer. Centering: Spüren in den Herzraum.

Du möchtest Pranayama regelmäßig praktizieren? Du fragst dich, welches Pranayama sich eignet und wie du deine Praxis gestalten kannst? Dann habe ich hier ein paar grundlegende Tipps für dich.

Gehe in dich, warum möchtest du Pranayama praktizieren?

Spüre in dich hinein: Was brauchst du? Was erwartest du? Bist du generell eher energielos und müde oder möchtest du entspannen und abschalten? Es gibt zahlreiche Pranayama und Breathwork Techniken, die alle unterschiedlich wirken. Grob kann man sie darin einteilen, dass sie entweder energetisierend oder ausgleichend und entspannend wirken, eine kühlende oder wärmende Qualität haben. Je nachdem was du brauchst, kannst du passende Pranayama auswählen.

Praktiziere Pranayama zur richtigen Zeit!

Energetisierende Atemtechniken sollten vormittags praktiziert werden und nicht abends, da es ansonsten dazu führen kann, dass man nicht zur Ruhe kommt und nicht einschlafen kann. Das ist ein Punkt, der in Yoga-Klassen oftmals nicht berücksichtigt wird. Ebenso sollte man bei einigen energetisierenden Atemtechniken vorsichtig bei bestimmten Vorerkrankungen wie beispielsweise Bluthochdruck sein.

Ausgleichende Atemübungen hingegen können fast immer praktiziert werden und sind besonders in der heutigen Zeit mit vielen äußeren Reizen wichtig, um in der Balance zu bleiben. Sie sind besonders abends zu empfehlen, um den Geist zu beruhigen und besser in den Schlaf zu kommen, ebenso jederzeit zwischendurch als Pause, um wieder mit frischer Energie versorgt zu werden und sich neu zu fokussieren.

Weniger ist mehr! Nimm dir Zeit für das Spüren!

Im Internet gibt es zahlreiche Pranayama und Breathwork Anleitungen und Videos, davon sind nicht alle für Anfänger geeignet, auch wenn sie vielleicht interessant, cool oder fancy aussehen. Atemübungen mit zu langem Einatem- (Puraka) und Ausatem-Rhythmus (Rechaka) und Atemverhalt (Kumbhaka) sind genauso wie stark energetisierende Atemtechniken für Einsteiger ohne Erfahrung nicht zu empfehlen. Im Pranayama geht es nicht darum, möglichst lange Ein- und Ausatmen zu können und an seine Grenzen zu kommen, sondern ohne Stress und Luftnot entspannt zu üben und sich mit seinem Atem zu verbinden, ganz im eigenen Rhythmus. Ich selbst habe vor meiner Ausbildung zum Pranayama & Breathwork Teacher in einer Yogastunde, die eigentlich für Anfänger gedacht war, als blutige Anfängerin am eigenen Leib erfahren, wie es ist, wenn ein viel zu langer Atemrhythmus ohne weitere Erklärung angesagt wird. Das war nicht schön, ich habe Schnappatmung bekommen, musste zwischendurch Luft holen, war frustriert bis wütend, weil ich das so nicht konnte und war nach der Stunde fertig und aufgewühlt. Die Atemübung, die angesagt wurde, sollte aber eigentlich entspannend sein. Für mich war das im Nachhinein eine unglaublich wichtige Erfahrung, denn ich möchte niemals, dass das meine Schüler*innen und Klient*innen erleben, denn es geht darum, dass sie zu sich finden, ins Spüren kommen und mit Bliss aus entspannenden Pranayama Stunden gehen.

Wichtig ist bei jedem Pranayama, dass du erst einmal ins Spüren kommst und dich mit dir und deinem Atem verbindest, bei dir ankommst. In der heutigen Zeit atmen viele nicht mehr richtig und sind sich dessen gar nicht bewußt, deshalb ist es um so wichtiger erst einmal bei sich selbst einzuchecken und seinen Atem zu beobachten. Zu Beginn reicht die Konzentration auf den Bauchraum und Brustraum völlig aus, da die langsame und tiefe Bauchatmung in unserem hektischen Alltag häufig untergeht oder sogar komplett verloren gegangen ist und nur im Brustraum geatmet wird. Ich hatte eine Klientin, deren Bauchraum verhärtet war, so dass wir erst einmal einige Zeit daran gearbeitet haben, uns auf die Bauchatmung zu konzentrieren, um das alte falsche Atemmuster abzulegen und die Spannungen zu lösen. Bereits das hat viel zu ihrer Lebensqualität beigetragen.

Du solltest dir nicht nur zu Beginn, sondern nach jedem Pranayama ausreichend Zeit für das Nachspüren nehmen, bevor du mit einer neuen Atemübung weitermachst.

Praktiziere Pranayama regelmäßig. Wenige Minuten pro Tag reichen.

Weniger ist mehr heißt auch, dass es besser ist jeden Tag kontinuierlich Pranayama zu praktizieren statt wenig und dafür stundenlang mit vielen Atemübungen auf einmal. Bereits fünf Minuten jeden Tag reichen, probiere es aus! Du wirst überrascht sein, wie schnell sich eine Veränderung einstellt und mit wie viel mehr Energie und Fokus du durch den Tag gehst. Wenn dir jeden Tag für den Anfang zu viel ist, dann starte mit wenigen Minuten an 1 – 2 Tagen in der Woche. Es dauert neue Gewohnheiten zu etablieren und du solltest es dir so einfach und angenehm wie möglich machen, erhöhe dann auf 3 – 4 Tage in der Woche, der Erfolg wird für sich sprechen.

Suche dir einen Pranayama Teacher, der zu dir passt.

Ich empfehle dir einen Pranayama Teacher zu suchen, bei dem du dich wohl fühlst und dem du vertraust. Es gibt die Möglichkeit Pranayama online und offline zu praktizieren und beides hat Vor- und Nachteile. Ich persönlich mag beides und finde gerade abends das Online-Format toll, weil ich danach dann nicht noch nach Hause fahren muss, sondern quasi direkt entspannt ins Bett rollen kann. Wenn du offline bevorzugst, schaue doch mal nach Angeboten in deiner Nähe, überlege dir, welche Präferenzen du hast und lese dir die Beschreibungen gut durch. Es gibt Breathwork Teacher und Atemcoaches, deren Fokus auf der Mundatmung liegt, wodurch eine Hyperventilation erzeugt wird. Diese Atemtechnik biete ich bewußt nicht an und sie unterscheidet sich von der gesunden natürlichen Nasenatmung, die beim Pranayama überwiegend praktiziert wird. Wenn du unsicher bist, kannst mich auch gerne nach Empfehlungen fragen. Ich selbst biete immer wieder in Köln vor Ort Pranayama Workshops in Kombination mit Kristallklangschalen und auch Yin Yoga an, ebenso Stunden online 1:1 oder in geschützten kleinen Gruppen.

Probiere verschiedene Angebote aus, es gibt oftmals Schnupper-Angebote und damit die Möglichkeit an Kursen einmal teilzunehmen bevor man sich für eine längere Teilnahme entscheidet. Jeder gute Teacher wird sich für deine Fragen Zeit nehmen und du wirst spüren, wenn du den passenden Teacher für dich gefunden hast.

Veröffentlicht am

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert